Feiertag Mariä Himmelfahrt: Bräuche und Marienglaube

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Der Feiertag Mariä Himmelfahrt wird jedes Jahr am 15. August gefeiert und erinnert an die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel. In Deutschland ist er nur in Bayern (in überwiegend katholischen Gemeinden) und im Saarland ein gesetzlicher Feiertag. Zentrale Bräuche sind die Kräuterweihe, Marienprozessionen und Wallfahrten, die den Tag seit dem Mittelalter prägen.

Viele Menschen kennen den 15. August als arbeitsfreien Tag, wissen aber wenig über seinen religiösen Hintergrund. Warum wird ausgerechnet ein Marienfest so groß begangen? Und was hat ein Kräuterbüschel mit der Aufnahme Marias in den Himmel zu tun? Dieser Artikel ordnet Herkunft, Bräuche und Marienfrömmigkeit klar ein und zeigt, wo der Tag heute noch lebendig ist.

Was bedeutet der Feiertag Mariä Himmelfahrt?

Mariä Himmelfahrt ist das Hochfest der leiblichen Aufnahme Marias, der Mutter Jesu, in den Himmel. Die katholische Kirche feiert damit, dass Maria nach ihrem irdischen Leben mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.

Das Dogma dazu wurde erst am 1. November 1950 von Papst Pius XII. mit der Apostolischen Konstitution „Munificentissimus Deus“ verkündet. Das Fest selbst ist jedoch weit älter und lässt sich bis ins 5. Jahrhundert im Osten des römischen Reiches zurückverfolgen.

Wichtig ist die Unterscheidung: Bei Christi Himmelfahrt steigt Jesus aus eigener Kraft auf, bei Mariä Himmelfahrt wird Maria von Gott aufgenommen. Mehr zu dieser Abgrenzung liest du im Beitrag Bedeutung von Himmelfahrt: 7 faszinierende Fakten.

Ist der Feiertag Mariä Himmelfahrt gesetzlich frei?

Nein, nicht bundesweit. Mariä Himmelfahrt ist in Deutschland nur im Saarland und in Teilen Bayerns ein gesetzlicher Feiertag.

In Bayern gilt der Feiertag ausschließlich in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Nach Erhebung des Bayerischen Landesamts für Statistik sind das rund 1.700 von etwa 2.056 Gemeinden – also der weit überwiegende Teil des Freistaats.

Details zur rechtlichen Lage und den betroffenen Regionen findest du im Ratgeber Ist Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag?. Wer wissen möchte, auf welchen Wochentag der 15. August fällt, findet die Antwort im Beitrag Mariä Himmelfahrt: Wann der Feiertag am 15. August ist.

Region Gesetzlicher Feiertag? Besonderheit
Saarland Ja, im gesamten Bundesland Einziges Bundesland flächendeckend
Bayern (katholische Gemeinden) Ja Rund 1.700 Gemeinden
Bayern (evangelische Gemeinden) Nein Regelung je nach Konfessionsmehrheit
Übrige Bundesländer Nein Normaler Arbeitstag

Welche Bräuche gehören zu Mariä Himmelfahrt?

Der bekannteste Brauch ist die Kräuterweihe, bei der gebundene Kräuterbüschel im Gottesdienst gesegnet werden. Daneben prägen Marienprozessionen, Wallfahrten und die sogenannte Frauendreißiger-Zeit den Feiertag.

Die Kräuterweihe und der „Würzwisch“

Die Kräuterweihe ist ein Segensritus, bei dem ein Strauß aus Heil- und Gewürzkräutern in der Kirche gesegnet wird. Ein solcher Strauß heißt regional „Würzwisch“, „Kräuterbuschen“ oder „Weihbüschel“.

Traditionell enthält der Buschen eine ungerade Zahl an Kräutern, oft 7, 9 oder bis zu 77 Sorten wie Beifuß, Kamille, Schafgarbe und Königskerze. Die geweihten Kräuter wurden früher getrocknet und bei Krankheit oder Unwetter als Schutzzeichen verwendet.

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Dieser Brauch ist seit dem 9. Jahrhundert belegt und verbindet die Marienverehrung mit dem vorchristlichen Wissen um Heilpflanzen.

Wallfahrten und Prozessionen

An Mariä Himmelfahrt ziehen in vielen katholischen Regionen Prozessionen durch die Orte, oft mit einer geschmückten Marienstatue. Der 15. August ist zudem einer der wichtigsten Wallfahrtstage des Jahres.

Bekannte Ziele sind Altötting in Bayern und Kevelaer am Niederrhein. Wer selbst pilgern möchte, findet im Beitrag Pilgern Deutschland: 7 perfekte Wallfahrtsorte 2025 passende Routen.

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Warum ist die Marienfrömmigkeit an diesem Feiertag so stark?

Maria gilt in der katholischen Kirche als Vorbild des Glaubens und als Fürsprecherin bei Gott. Mariä Himmelfahrt macht diese Verehrung besonders sichtbar, weil das Fest Maria als vollendetes Ziel des christlichen Lebens zeigt.

Die Marienfrömmigkeit ist die besondere Form der Verehrung Marias durch Gebet, Wallfahrt und Feste. Sie unterscheidet sich klar von der Anbetung, die im Katholizismus allein Gott vorbehalten bleibt.

Hintergründe zur theologischen Einordnung liefert der Artikel Warum wird Mariä Himmelfahrt gefeiert. Wie das Fest im Kirchenraum begangen wird, zeigt der Beitrag Mariä Himmelfahrt Kirche.

Die Frauendreißiger-Zeit

Mit dem 15. August beginnt der sogenannte Frauendreißiger, eine 30-tägige Marienzeit bis zum 15. September. In dieser Periode gelten Kräuter nach altem Volksglauben als besonders heilkräftig.

Der Frauendreißiger ist ein süddeutscher und österreichischer Brauch, der die Kräutersammlung und Marienverehrung über mehrere Wochen ausdehnt. Er zeigt, dass Mariä Himmelfahrt kein isolierter Tag ist, sondern ein Zeitraum religiöser Praxis.

Wie wird der Feiertag Mariä Himmelfahrt international gefeiert?

Mariä Himmelfahrt ist in vielen katholisch geprägten Ländern ein gesetzlicher Feiertag, darunter Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Polen und Frankreich. In Italien heißt der Tag „Ferragosto“ und gilt als Höhepunkt der Sommerferien.

In Frankreich ist der 15. August ein nationaler Feiertag mit großen Prozessionen, etwa in Lourdes. Diese internationale Verbreitung unterstreicht die Bedeutung des Marienfestes über Deutschland hinaus.

Eine ausführliche Übersicht zur religiösen Einordnung findest du im Beitrag Mariä Himmelfahrt: Bedeutung des Feiertags sowie in der frei zugänglichen Darstellung bei Wikipedia zu Mariä Aufnahme in den Himmel.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann ist der Feiertag Mariä Himmelfahrt?

Mariä Himmelfahrt fällt jedes Jahr fest auf den 15. August. Das Datum verschiebt sich nie und ist unabhängig von Ostern oder anderen beweglichen Festen. Fällt der 15. August auf ein Wochenende, gibt es in Deutschland keinen Ersatzruhetag.

In welchen Bundesländern ist Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag?

Der Feiertag gilt gesetzlich im gesamten Saarland und in den überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns. In den übrigen Bundesländern ist der 15. August ein normaler Arbeitstag. In Bayern entscheidet die Konfessionsmehrheit der jeweiligen Gemeinde über den arbeitsfreien Status.

Was wird bei der Kräuterweihe gesegnet?

Gesegnet wird ein Strauß aus Heil- und Gewürzkräutern, der je nach Region Würzwisch, Kräuterbuschen oder Weihbüschel heißt. Üblich ist eine ungerade Anzahl von Kräutern, oft 7, 9 oder mehr, darunter Beifuß, Kamille und Schafgarbe. Die geweihten Kräuter galten früher als Schutz vor Krankheit und Unwetter.

Worin unterscheiden sich Mariä Himmelfahrt und Christi Himmelfahrt?

Bei Christi Himmelfahrt steigt Jesus aus eigener göttlicher Kraft in den Himmel auf. Bei Mariä Himmelfahrt wird Maria von Gott aufgenommen, sie steigt also nicht selbst auf. Christi Himmelfahrt fällt 39 Tage nach Ostern, Mariä Himmelfahrt immer auf den 15. August.

Fazit

Der Feiertag Mariä Himmelfahrt verbindet am 15. August tiefen Marienglauben mit lebendigen Bräuchen wie der Kräuterweihe und großen Wallfahrten. Gesetzlich frei ist der Tag nur im Saarland und in katholischen Gemeinden Bayerns, seine kulturelle Bedeutung reicht aber weit darüber hinaus.

Wenn du den 15. August bewusst erleben möchtest, besuche einen Gottesdienst mit Kräuterweihe oder plane eine Wallfahrt. Vertiefe dein Wissen über die Bedeutung des Feiertags und entdecke die Traditionen deiner Region.